Ich habe vor Kurzem einen Kultivator besucht, der in diesem Jahr in Betrieb genommen wurde, um seine Arbeitsweise auf dem Feld zu beobachten und einige praktische Erkenntnisse aus den ersten Betriebsstunden zu sammeln.

Die Maschine ist ein hydraulisch klappbarer 8‑reihiger Kultivator, ausgestattet mit einem 1100‑Liter‑Tank, verstärkten Gen4‑Arbeitsaggregaten, BUSA‑Rotor‑Arbeitswerkzeugen sowie zwei scheibenförmigen Flüssiginjektoren pro Reihe. Der Hauptzweck dieser Konfiguration besteht darin, den Einsatz als Düngerapplikations‑Kultivator zu ermöglichen.

In Nordostungarn wird der Niederschlagsmangel zu einer zunehmend häufigen Herausforderung, weshalb viele Betriebe erwägen, granulierte Dünger teilweise oder vollständig durch flüssige Nährstoffe zu ersetzen. Bei dieser Maschine erfolgt die Ausbringung beidseitig der Pflanzenreihe, sodass eine kleinere lokale Dosis auf eine größere Fläche verteilt wird. Eine weitere wichtige Anforderung war, dass der Kultivator mit hoher Arbeitsgeschwindigkeit betrieben werden kann, die stellenweise harten, ausgetrockneten Schwarzerdeböden gut verträgt und seine Leistungsfähigkeit ohne Verstopfungen aufrechterhält.

Seit der Inbetriebnahme vor etwas mehr als einer Woche hat die Maschine bereits über 300 Hektar bearbeitet. Die Bediener machten sich schnell mit allen Einstellmöglichkeiten vertraut. Sie berichteten, dass sie beim Anfahren eines neuen Schlages bereits im Voraus eine klare Vorstellung davon haben, mit welchem Rotowinkel sie arbeiten möchten, wie weit das Tiefenführungsrad abgesenkt werden soll oder wohin die Injektoren am sinnvollsten versetzt werden. Auf ihren verschiedenen Flächen setzen sie mehrere Bewirtschaftungstechnologien ein – von der konventionellen Bodenbearbeitung bis hin zu minimal gestörten, mulchsaatähnlichen Systemen.

Die Reihenführung erfolgt per RTK‑GPS, und die Arbeitsgeschwindigkeit liegt typischerweise bei etwa 10 km/h bei einem Sicherheitsabstand von rund 8 Zentimetern. Das Befüllen des Tanks ist unkompliziert: Das System wird durch Schwerkraft aus einem mit dem Frontlader angehobenen IBC‑Behälter gespeist. Die effektive Flächenleistung liegt überraschend nah am theoretischen Wert; an manchen Tagen wurden nahezu 50 Hektar bearbeitet.

Auch der biologische Aspekt der Nährstoffversorgung kam während des Besuchs zur Sprache. Für die Behandlungen verwendeten sie eine stickstoffbasierte Nährlösung, die zusätzlich Zucker enthielt. Der Ansatz dahinter besteht darin, dass der Zucker die Pflanze nicht direkt ernährt, sondern die mikrobiologische Aktivität in der Wurzelzone unterstützt. Unter natürlichen Bedingungen gibt die Pflanze selbst erhebliche Mengen Zucker in Form von Wurzelexsudaten in den Boden ab und versorgt damit die mit ihr in Symbiose lebenden Mikroorganismen. Diese im Boden lebenden Organismen machen im Gegenzug Nährstoffe für die Pflanze verfügbar. Die zuckerangereicherte Nährlösung soll genau diesen Prozess fördern. Nach den Erfahrungen des Betriebs ist bereits kurze Zeit nach der Behandlung eine deutlich sichtbare Entwicklung des Bestandes zu beobachten.

Auch zur Bearbeitungsqualität gab es eine interessante Rückmeldung. Auf den Flächen, auf denen der Betrieb einen Federzinkenkultivator einsetzte, traten hinter den Zinken bereits Oberflächenrisse auf, während auf den mit dem BUSA Rotor bearbeiteten Schlägen bislang keine Rissbildung zu sehen ist. Der wahrscheinliche Grund dafür ist die gleichmäßigere, homogenere gelockerte Oberflächenschicht, die der BUSA Rotor erzeugt.

Stärkere Verdichtungen oder verkrustete Bodenoberflächen traten nur auf einigen wenigen kleineren Schlägen auf, sodass die Maschine keinen extremen Belastungen ausgesetzt war. Dennoch war es interessant zu sehen, wie gering der Verschleiß der Bauteile nach mehr als 300 bearbeiteten Hektar ausfiel. Natürlich wird es in Nordostungarn mit Sicherheit noch härtere Bedingungen geben, doch die ersten Erfahrungen sind in jedem Fall sehr vielversprechend.

Basierend auf dem Feedback der Bediener und des Betriebs hat das System die Erwartungen vollständig erfüllt: hohe Flächenleistung, präzise Flüssigdüngerapplikation und eine hochwertige Reihenpflege – alles in einem einzigen Arbeitsgang.