VrootR – wenn wir mal wieder etwas gebaut haben, das mehr kann, als man auf den ersten Blick sieht

Wir suchten eine Lösung für die Stoppelbearbeitung, ganz flach, aber so, dass die gesamte Stoppelfläche durchtrennt wird – hohe Stoppeln, starke Ernterückstände, sogar beginnendes Grün.

Der elefantengroße Teil der Aufgabe ist das Aufwickeln der Ernterückstände auf die Schare. Es ist ein selbstverstärkendes Problem: Wenn wir die gesamte Oberfläche durchschneiden wollen, brauchen wir viele Schare, und die müssen in mehreren Reihen angeordnet werden. Wenn wir aber flach arbeiten wollen, muss die Maschine sowohl quer als auch längs perfekt nivelliert sein, sonst hält sie die Arbeitstiefe nicht.

Also haben wir ein geflügeltes Schar‑Monster gebaut, das überraschend klein geworden ist. 80‑cm‑Messer auf 75‑cm‑Teilung, jedes Messer auf einem eigenen Parallelogramm‑Fahrwerk, mit Vorscheibe und vorderer Tiefenführung. FERTIG! Vom Gewicht und vom Zugkraftbedarf liegt es ungefähr auf dem Niveau eines mit Dünger vollgetankten Reihenstriegel‑/Reihenkultivators.

VrootR wurde nach seiner Aufgabe und seiner Form benannt. Seine Funktion ist nicht die klassische Stoppelbearbeitung in 10–15 cm Tiefe, sondern vielmehr die Terminierung des Pflanzenbestandes.

Man muss dazu zwei Grundkonzepte verstehen. Erstens: Pflanzen lassen sich nur dann zuverlässig abtöten, wenn man sie am Wurzelhals, direkt unter der Bodenoberfläche, durchtrennt. Schneidet man höher, treiben sie wieder aus; schneidet man tiefer, bleibt genug Wurzelmasse übrig, damit sie sich erneut verankern und wiederbewurzeln. Genau deshalb ist eine extrem präzise Tiefenführung entscheidend – und deshalb wollen wir so flach wie möglich arbeiten.

Der zweite zentrale Punkt ist die Unversehrtheit der Wurzelzone. Aus bodenverbessernder Sicht sind die unterirdischen Pflanzenteile äußerst wichtig; die entwickelte Wurzelzone möchten wir möglichst intakt lassen – selbstverständlich

Wir wollten eigentlich Stoppelbearbeitung machen, aber wir haben das Gerät früh im Frühjahr auch auf Grünland ausprobiert. Uns interessierte vor allem die Verstopfungsfreiheit – und sie hat hervorragend abgeschnitten. Die Maschine hält die Arbeitstiefe und rasiert die Oberfläche sauber ab. Nach ein wenig Brainstorming wurde daraus schon ein Konzept für Bio‑No‑Till (gut, eigentlich nicht ganz No‑Till, aber na ja…) und für biologische Streifenbearbeitung.

Bio‑No‑Till existiert in Wirklichkeit kaum, denn wenn man keine Chemie einsetzt, aber den Boden auch nicht einmal minimal bewegt, entsteht daraus keine Kulturpflanze – alles andere überwuchert sie. Also nennen wir es lieber Min‑Till. (Und nein, durch Mähen sterben Pflanzen nur dann ab, wenn man nicht möchte, dass sie absterben; wenn man durch Mähen terminieren will, blüht zwei Wochen später wieder alles.)

Wir haben getestet und waren begeistert. Also haben wir auch kleinere Schare entworfen, denn damit kann man bereits Bio‑Strip‑Till spielen. Die nächsten Versuche werden 55 cm und 35 cm breit sein, jeweils im 75‑cm‑Raster. Betrachtet man es so, ist das eine im Grunde ein inverser Reihencultivator, der nur 20 cm Streifen stehen lässt, während das andere ungefähr ein Fifty‑Fifty‑Muster erzeugt.

Zur Feier dessen bauen wir noch eine weitere Maschine, mit der wir testen und vorführen wollen. Sechs Fahrwerke, 4,5 m angebaut, hydraulisch klappbar.

Interessant? Man kann sich für Tests anmelden – für Stoppelbearbeitung oder für die Terminierung.